Johanna Müller, Why did I move here? (Detail), 2022 © Johanna Müller

04. März 2022 — 13. Mai 2022

Johanna Müller

mutable life

Detaillierte Infos zur Ausstellung folgen bald. 

Johanna Müller (*1990, lebt und arbeitet in Winterthur) befasst sich in ihren Arbeiten mit dem Wechselverhältnis zwischen Internetraum, Userin und Alltagsräumen. Dabei nimmt sie sich der Frage an, wie in einem Zeitalter der Überlagerung und Gleichzeitigkeit von Räumen, Wegen und Beziehungen, eine Orientierungsfähigkeit möglich ist. Indem sie sich künstlerischer Praktiken des Arrangierens, Spekulierens und Fabulierens bedient und hierfür verschiedene ästhetisch-formale Möglichkeiten (u.a. Collage, Keramik, Textil, Video) austariert, entwickelt sie assoziative Zerrbilder, die ihr dabei helfen klassische lineare Erzählmuster und gängige Deutungshoheiten zu dekonstruieren. Hierbei stammen ihre «Cut & Paste»-Materialien aus unterschiedlichen Phänomenen der Medienrealität und Unterhaltungsindustrie, ihren Erinnerungen, Einbildungen und Traumbildern, welche sie sich als Akteur*innen, Requisiten oder Kulissen für ihre konstruierten Bühnen aneignet bzw. darauf performen lässt. Für den kunstkasten lässt Johanna Müller in einer multimedialen Installation fiktive und historische Ereignisse verschmelzen, wobei sie diese Form der Verschmelzung als «Simulakrum» im Sinne Jean Baudrillards begreift. Baudrillard nahm in den 1980er Jahren die Entstehung einer virtuellen Welt visionär vorweg und proklamierte, dass das Reale in der medial erzeugten Hyperrealität aufgegangen und eine exakte Verdoppelung der Welt sei, wobei Original und Kopie, Inszenierung und Wirklichkeit, Signifikant und Signifikat nicht mehr voneinander zu unterscheiden seien. Weitere Infos: https://johannamueller.net 


Kuratiert von Julia Wolf 



Mit freundlicher Unterstützung von Stadt Winterthur, Curt und Erna Burgauer Stiftung u.a.